Best Practices für New Product Introductions (NPIs): Anlage von Materialdaten nach Vorlage

Von Monika Pletschke am 26. Oktober 2017

Ein häufiger Anwendungsfall bei Artikel-Einführungsprozessen (New Product Introductions = NPIs) ist die Anlage von Materialien nach einer Vorlage. Hierfür werden Werte nach Standards vorbelegt. Dies verhindert fehlerhafte Eingaben und ist deutlich weniger aufwändig. Der Vorteil ist ein schlanker, schnellerer Prozess für die Anlage von Materialstammdaten, der es Ihnen ermöglicht, Ihre Produkte schneller auf den Markt zu bringen.

Dieser Artikel zeigt, wie man einen Anlageprozess nach Vorlage mit dem Winshuttle Composer erstellen kann. Es wird vorausgesetzt, dass Sie mit dem Winshuttle Composer vertraut sind.

Die Lösung, die wir bauen wollen, sieht in etwa so aus:

In diesem Webformular wählt der Anwender ein Materialprofil aus einer Drop-Down-Liste. Basierend auf dem gewählten Profil, werden verschiedene Felder im Formular vorbelegt, z.B. SAP Materialart (Material Type), Dispomerkmal (MRP Type), Dispo-Losgröße Lot Size Key), Bewertungsklasse (Valuation Class), und Beschaffungsart (Procurement Type). Für ein anderes Materialprofil werden andere Werte eingefügt

Hier folgen nun Schritt für Schritt die Anweisungen, um solch eine Vorlagenlösung im Winshuttle Composer zu erstellen.
1. Schritt: Die Regeln für das Vorbelegen definieren

Wir definieren die Regeln zum Vorbelegen gemäß des Materialprofils. Diese Regeln werden in einer SharePoint-Liste erfasst. Das gibt uns die Flexibilität, die Regeln unabhängig zu ändern oder zu ergänzen, ohne dass wir die Anwendung anpassen müssen

Definieren Sie zunächst die Profile, die Sie benötigen. In meinem Beispiel verwende ich diese 5 Profile:
• Selbsthergestellte Fertigerzeugnisse (Finished Goods Produced In-house)
• Eingekaufte Fertigerzeugnisse (Finished Goods Procured Externally)
• Ersatzteile (Spare Parts)
• Büroartikel (Office Materials)
• Rohstoffe (Raw Materials)

Die einfachste Methode ist, diese Tabelle in Excel zu erstellen. Erstellen Sie eine Spalte für jedes der Felder die vorbelegt werden sollen, z.B. SAP Materialart, Dispo-Merkmal, Dispo-Losgröße, Bewertungsklasse und Beschaffungsart und geben Sie die Werte für das jeweilige Materialprofil an. Wenn die Tabelle komplett ist, können Sie die Excel-Aufstellung als SharePoint-Liste hochladen .

Meine Beispielliste in SharePoint sieht so aus:

An dieser Tabelle können Sie sehen, dass ein Material mit dem Profil „Produced In-house“ diese Werte vorbefüllt bekommt: MRP Type = “PD”; Lot Size = “MB”; Distribution Channel = “10”, etc.

2. Schritt: Erstellen Sie eine Composer-Lösung
Erstellen Sie eine Composer-Lösung. Sie benötigen mindestens ein MM01 Skript für die Schnittstelle mit SAP. In dieser Lösung fügen Sie eine Data Connection hinzu:

Die Date Connection sollte auf die SharePoint-Liste aus Schritt 1 referenzieren.

3. Schritt: Drop-Down-Liste zum Wählen des Materialprofils
Wir benötigen eine Drop-Down-Liste, die es dem Anwender ermöglicht, ein Materialprofil auszuwählen. Fügen Sie ein Drop-Down-Element in Ihrem Formular hinzu, und nennen es Material Profile.”

In dem „Customizing Panel“ rechts klicken Sie auf Range und setzen die Data Connection aus Schritt 2.

„LABEL FIELD“: Ist der Wert der dem Anwender angeboten wird; „VALUE FIELD“ ist der intern gespeicherte Wert.

4. Schritt: Setzen Sie die Regel zum Vorbelegen von Feldern
Regeln im Composer sind der Mechanismus, mit dem das System den jeweiligen Wert aus der SharePoint-Liste wählt und in das betreffende Feld im Formular einfügt. Die Regel wird dem Feld “Material Profile” hinzugefügt. Klicken Sie auf die Drop-Dow-Box im Formular und setzen Sie die Regel im Panel rechts ein, indem Sie in „General Settings“ auf „Rules“ klicken.

Wir benötigen eine “Action Rule”. Die Aktion besteht darin, einen Wert in einem Feld zu setzen. Zunächst wählen Sie „TYPE = Actions”, wie unten angezeigt.

Klicken Sie auf „Add“ um die einzelnen Regeln zu pflegen. Für jedes der zu füllenden Felder benötigen wir eine solche Regel. Der folgende Screenshot zeigt, wie Sie den Wert für das Feld Bewertungsklasse („Valuation Class“) aus der SharePoint-Liste vorbelegen.

Wählen Sie “Set a Field Value” von der Action Drop-Down-Box. Dann Klicken Sie auf f(x) um eine Formel einzubauen. Die Formel “Insert External Data” liest Werte aus einem externen Datenspeicher, in diesem Fall unsere SharePoint-Liste.

Klicken Sie auf “Insert External Data”.

Wählen Sie die Data Connection “MaterialProfile“. Selektieren Sie das Feld „ValClass“ (dies ist das SharePoint-Listenfeld). Nun müssen wir noch einen Filter setzen um sicherzustellen, dass wir den Wert für das gewählte Materialprofil in der Liste finden. Klicke Sie auf „Edit Filter”.

Fügen Sie weitere Regeln in derselben Weise hinzu, bis alle vorzubelegenden Felder eine Regel haben.

Jetzt können Sie die Lösung bereitstellen. Viel Erfolg!
Sie können die Regeln zum Vorbefüllen schnell erweitern, indem Sie der SharePoint Liste eine neue Zeile hinzufügen. Dafür sind keine Änderungen an der Anwendung nötig.
Genauso können Sie Regeln ändern, indem Sie die SharePoint-Liste bearbeiten, z.B. Bewertungsklasse für Ersatzteile von 3040 auf 3030 umwandeln. Das nächste Mal, wenn ein Anwender das Webformular aufruft, um einen neuen Ersatzteilstamm anzulegen, greift schon die neue Regel.
Winshuttle Composer ist eine agile Entwicklerplattform, ideal geeignet um Lösungen für das Management von Application Data zu erstellen.
Dieser Artikel demonstriert, wie schnell und einfach es ist, einen sehr flexiblen und anspruchsvollen, regelbasierten Prozess für die Materialanlage mit dem Winshuttle Composer zu erstellen.

Über den Autor

Monika Pletschke

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